Freitag, 04 April 2025 14:37

Nürnberg investiert in Schutz vor Starkregen

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Nürnberg schützt sich mit einem Aktionsprogramm vor Starkregen Nürnberg schützt sich mit einem Aktionsprogramm vor Starkregen Foto: pixabay

Die Stadt Nürnberg reagiert mit einem neuen Maßnahmenpaket auf die zunehmenden Wetterextreme. Mehrere Investitionen, bauliche Änderungen und ein besseres Warnsystem sollen die Bevölkerung vor Schäden durch Starkregen schützen. Im Jahr 2024 wurden zehn Starkregenereignisse registriert, drei davon galten als extrem. Künftig sollen gezielte Vorsorge, technische Anpassungen und umfassende Information der Bürgerinnen und Bürger die Auswirkungen minimieren.

Inhaltsverzeichnis:

Aktionsprogramm Starkregen vorgestellt

Am 2. April 2025 stellte der Umweltausschuss das neue Aktionsprogramm vor. Es konzentriert sich auf zwei Hauptziele: bessere Vorbereitung auf Starkregen und effizientere Bewältigung der Folgen. Nürnberg reagiert damit auf eine Zunahme extremer Wetterereignisse, die sich auf das gesamte Stadtgebiet auswirken können. Nicht nur Flussnähe oder Senken sind betroffen – Starkregen kann überall in der Stadt auftreten.

Die Stadtverwaltung nennt mehrere geplante Maßnahmen. Dazu zählen unter anderem:

  • Aufbau eines besseren Datennetzes zu Regenereignissen.
  • Automatische SMS-Warnungen an Einsatzkräfte bei Starkregen.
  • Technische Aufrüstung besonders gefährdeter Orte wie Unterführungen.
  • Verstärkte Informationskampagnen für die Bevölkerung.

Sensoren und Warnsysteme an gefährdeten Stellen

Eine Million Euro werden im Jahr 2025 für bauliche Maßnahmen bereitgestellt. Besonders gefährdete Orte wie die Unterführung in Zerzabelshof erhalten moderne Technik. Dort sollen Sensoren den Wasserstand messen und bei Überschreitung eine automatische Warnung auslösen. Die Feuerwehr wird so schneller informiert. Gleichzeitig verhindern optische Hinweise die Weiterfahrt bei Überflutung.

Zusätzlich sind an neuralgischen Punkten neue Notüberläufe und Warnschilder vorgesehen. Die Stadt will mit diesen Maßnahmen nicht nur Schäden vermeiden, sondern auch Rettungseinsätze effizienter gestalten. Die Kombination aus Prävention und Reaktion bildet das Herzstück des Programms.

Information als zweites Standbein

Neben baulichen Anpassungen legt Nürnberg großen Wert auf Aufklärung. Umweltreferentin Britta Walthelm betont die Bedeutung individueller Vorsorge. Bürgerinnen und Bürger sollen wissen, wie sie ihr Grundstück sichern und sich im Ernstfall verhalten können. Dazu gehören einfache Maßnahmen wie Sandsäcke oder Rückstauklappen in Kellern.

Informationsmaterialien, digitale Plattformen und Veranstaltungen sind geplant, um die Menschen zu erreichen. Ziel ist es, das Risiko durch richtiges Verhalten zu senken. Gerade bei plötzlichem Starkregen zählt jede Minutefrühzeitiges Handeln kann größere Schäden verhindern.

Klimawandel als Treiber für Extremregen

Der Klimawandel spielt eine zentrale Rolle bei der Häufung solcher Ereignisse. Nach Angaben der Max-Planck-Gesellschaft verändern steigende Temperaturen die globalen Wasserkreisläufe. Es kommt häufiger zu Dürre, aber auch zu extremen Regenfällen. Trockene oder versiegelte Flächen in Städten können große Wassermengen nicht aufnehmen. Das führt zu Überflutungen.

Britta Walthelm erklärt, dass sich diese Entwicklung fortsetzen werde. Höhere Temperaturen erhöhen die Wasserdampfmenge in der Luft, was zu heftigeren Niederschlägen führen kann. Deshalb sei das Aktionsprogramm kein kurzfristiges Projekt, sondern eine notwendige Antwort auf langfristige Veränderungen. Nürnberg will vorbereitet sein – für heute und für die kommenden Jahre.

Quelle: Nordbayern, webriwaig.com/de