Inhaltsverzeichnis:
- Aktivisten um Emilia Schüler ketteten sich am Gehege fest
- Einsatzkräfte verzichteten zunächst auf Gewalt
- Tötungspläne wegen Platzmangel in der Paviananlage
- Kritik an Zuchtpraxis in Zoos
Aktivisten um Emilia Schüler ketteten sich am Gehege fest
Die Gruppe bestand aus sechs Personen, darunter auch die Aktivistin Emilia Schüler von der Organisation Animal Rebellion. Fünf von ihnen ketteten sich direkt an das Geländer vor dem Gehege. Die sechste blieb ungebunden. Die Demonstrierenden trugen Plakate und forderten einen sofortigen Stopp der Tötungspläne.
Laut Polizei verweigerten die Aktivisten zunächst jeglichen Dialog. Auch eine Bitte des Tiergartenleiters, das Gelände zu verlassen oder eine offizielle Demonstrationsfläche zu nutzen, blieb erfolglos. Da der Besucherandrang gering war, entschied sich die Polizei gegen ein sofortiges Eingreifen.
Einsatzkräfte verzichteten zunächst auf Gewalt
Am Nachmittag beendete die nicht angekettete Teilnehmerin den Protest eigenständig. Sie wurde vorübergehend festgenommen. Gegen 18.45 Uhr lösten auch die übrigen fünf Demonstrierenden freiwillig ihre Schlösser, nachdem ihnen angekündigt worden war, die Feuerwehr zu holen und die Kosten in Rechnung zu stellen.
Nach Feststellung der Personalien erhielten alle sechs Personen einen Platzverweis. Gegen sie wird nun wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. Zudem wird geprüft, ob Verstöße gegen das Versammlungsrecht vorliegen.
Tötungspläne wegen Platzmangel in der Paviananlage
Der Zoo Nürnberg hatte bereits im Februar 2024 angekündigt, gesunde Guinea-Paviane töten zu wollen. Grund dafür sei die Überbevölkerung innerhalb der Gruppe. Die Anlage sei zu klein, was zu aggressivem Verhalten und Verletzungen unter den Tieren führe.
Nach eigenen Angaben versucht der Zoo seit Jahren vergeblich, die Gruppe durch Abgaben zu verkleinern. Es gebe jedoch keine Abnehmer für die Tiere. Die Tötung soll eine letzte Maßnahme darstellen, um weitere Konflikte innerhalb der Gruppe zu verhindern.
Kritik an Zuchtpraxis in Zoos
Laut Emilia Schüler ist diese Vorgehensweise nicht hinnehmbar. Sie forderte ein Umdenken in der Zuchtpraxis. Die Aktivistin erklärte, dass niedliche Jungtiere zwar viele Besucher anlockten, doch viele von ihnen später als „Überschusstiere“ getötet würden. Statt auf Zucht und Gefangenschaft zu setzen, sollten Zoos Lebensräume bedrohter Arten schützen.
Die Protestaktion am Sonntag zeigt, wie emotional und kontrovers das Thema Tiertötung im Zoo weiterhin diskutiert wird. Die Ermittlungen gegen die Aktivisten dauern an.
Quelle: INFRANKEN