Inhaltsverzeichnis:
- Eimer aus Leder im Jahr 1544
- Berufsfeuerwehr Nürnberg seit 1875
- Feuerwehrmuseum am Jakobsplatz
- Aufgaben der Feuerwehr heute
- Neue Herausforderungen durch Krisen
- Stadtrundgang Feurio bis 2025
Eimer aus Leder im Jahr 1544
Im Mittelalter war der Eimer das wichtigste Werkzeug gegen Feuer. Die Stadt Nürnberg verfügte 1544 über 1.824 lederne Löscheimer. Ihre Wirkung blieb jedoch gering im Vergleich zu modernen Strahlrohren. Heutige Geräte schaffen 60 bis 2.000 Liter Wasser pro Minute und löschen selbst große Brände zuverlässig.
Im 15. Jahrhundert kamen Stockspritzen und Wasserkufen zum Einsatz. Mit Kupferkesseln und einfachen Pumpen versuchten die Bewohner, Flammen einzudämmen. Die Methoden waren mühsam und verlangsamten den Löschfortschritt.
Berufsfeuerwehr Nürnberg seit 1875
Die Gründung der Berufsfeuerwehr erfolgte 1875 am Kornmarkt. 1878 zählte die Pflichtfeuerwehr 885 Männer. Zu dieser Zeit lebten in Nürnberg nur rund 109.000 Menschen, ein Fünftel der heutigen Bevölkerung. Damit war die Einsatzstärke damals doppelt so hoch wie heute.
Das Pergament „Fewerpüchel“ aus dem Jahr 1449 gilt als erstes schriftliches Regelwerk. Dort wurden Fuhrleute, die Wasserfässer zum Brandort brachten, besonders entlohnt. Gerätewarte sollten die Eingeteilten „gütlich anschreien“, um ihren Einsatz zu steigern. Später wurden Hausbesitzer, Handwerker sowie Mitglieder von Vereinen zu Pflichtdiensten herangezogen.
Feuerwehrmuseum am Jakobsplatz
Das Feuerwehrmuseum in der Wache 3 dokumentiert die Entwicklung. Besucher sehen dort:
- Schutzanzüge mit Wassersprühfunktion
- Morse-Feuermelder
- eine Telefonzentrale aus den 1920er-Jahren
- historische Spritzen und Ausrüstungen
Geöffnet ist das Museum jeden ersten Samstag im Monat von 13 bis 17 Uhr. Die Ausstellung verdeutlicht, wie stark sich Technik und Ausrüstung seit dem Mittelalter verändert haben.
Aufgaben der Feuerwehr heute
Die Feuerwehr Nürnberg umfasst mehr als 400 hauptberufliche Kräfte. Hinzu kommen rund 725 Ehrenamtliche an 18 Standorten. Sie arbeiten bei:
- Bränden
- Unfällen
- Überschwemmungen
- Funden von Fliegerbomben
Die integrierte Leitstelle koordiniert Notrufe für rund 1,2 Millionen Menschen im Großraum. Sie zählt zu den größten Einrichtungen dieser Art in Deutschland. Zusammenarbeit besteht mit Polizei, Technischem Hilfswerk und Rettungsdiensten.
Seit 2018 wurden 106 neue Sirenen für den Katastrophenschutz installiert. Die Bevölkerung soll durch Warnungen schnell handeln können. Das Gesetz schreibt vor, dass staatliche Hilfe nur die Eigeninitiative der Bürger ergänzt.
Neue Herausforderungen durch Krisen
Die Feuerwehr stand in den vergangenen fünf Jahren vor besonderen Aufgaben. Corona-Pandemie, Krieg in der Ukraine und Energieknappheit führten zu neuer Dringlichkeit. Auch die Gefahr eines großflächigen Stromausfalls durch Cyberangriffe ist Thema.
Moderne Technik, Teamarbeit und klare Abläufe sichern die Einsatzfähigkeit. Organisationstalent und Kooperation mit Partnern sind entscheidend.
Stadtrundgang Feurio bis 2025
Die Geschichte der Feuerwehr wird beim Stadtrundgang „Feurio“ lebendig. Zehn Stationen in der Altstadt erzählen von Ereignissen wie:
- Hochwasser 1909
- Brand der Lorenzkirche
- Ringkaufhaus-Brand 1962
Jede Station bietet eine Tafel mit QR-Code und Zugang zu weiteren Informationen. Am 21. September und 19. Oktober öffnen die Feuerwachen 2 bis 5 ihre Tore für Besucher. Damit verbindet Nürnberg Vergangenheit und Gegenwart der Brandbekämpfung.
Quelle: Nürnberg, www.welt.sn2world.com