Inhaltsverzeichnis:
- Ermittlungen in Nürnberg und Bamberg führen zu Durchbruch
- Zusammenarbeit mit rumänischen Behörden
- Rolle der Zentralstelle Cybercrime Bayern
- Neue Betrugsmethoden im Jahr 2025
Ermittlungen in Nürnberg und Bamberg führen zu Durchbruch
Seit August 2023 laufen intensive Ermittlungen des Kommissariats Cybercrime in Nürnberg und der ZCB in Bamberg. Die Täter verschickten Phishing-E-Mails, um Anmeldedaten von Händlern eines großen Online-Versandhandels zu stehlen. Anschließend boten sie Waren wie Fernseher und Spielkonsolen zu stark reduzierten Preisen an, ohne je eine Lieferung zu planen.
- Über 400 Händlerkonten kompromittiert
- Bestellungen über mehr als 100 Millionen Euro getätigt
- Ca. 300.000 Euro Schaden für Käufer
- Hohe Verluste auch für Online-Händler durch gesperrte Konten und negative Bewertungen
Viele Käufer bemerkten den Betrug rechtzeitig, doch zahlreiche Opfer zahlten den Kaufpreis im Voraus. Für einige Händler führte der Betrug sogar zum Geschäftsaus.
Zusammenarbeit mit rumänischen Behörden
Hinweise aus der IT-Forensik führten zu weiteren Verdächtigen in Rumänien. Ein Joint Investigation Team bei Eurojust koordinierte die grenzüberschreitenden Ermittlungen. Am 24. Juni 2025 durchsuchten rund 60 Einsatzkräfte, darunter Mitglieder des Europäischen Zentrums für Cyberkriminalität (ECC) und der rumänischen Direktion zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (D.I.I.C.O.T.), mehrere Objekte in Sibiu, Râmnicu Vâlcea und Drăgășani.
Dabei wurden drei Männer im Alter von 44, 32 und 27 Jahren festgenommen. Die Beamten stellten zahlreiche elektronische Geräte sicher. Die Verdächtigen wurden nach Deutschland überstellt und befinden sich seit dem 31. Juli 2025 in Untersuchungshaft.
Rolle der Zentralstelle Cybercrime Bayern
Die ZCB, gegründet 2015, ist auf komplexe Cybercrime-Fälle spezialisiert. Sie arbeitet eng mit nationalen und internationalen Partnern zusammen. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Betrugsmaschen wie Phishing, Smishing oder Quishing.
Im Jahr 2025 wurden in Franken vermehrt falsche QR-Codes entdeckt, die zum Datendiebstahl genutzt wurden. Auch Vishing – betrügerische Anrufe – bleibt ein aktuelles Problem. Die Bundesnetzagentur hat bereits Tausende betrügerische Telefonnummern abgeschaltet.
Neue Betrugsmethoden im Jahr 2025
Neben klassischen Phishing-Mails häufen sich neue Angriffsformen:
- Smishing – Phishing per SMS mit gefälschten Links
- Quishing – Nutzung gefälschter QR-Codes
- Vishing – Telefonanrufe zur Datenabfrage
Im März 2025 wurden Kunden mehrerer Banken, darunter Volksbanken, Raiffeisenbanken und Postbank, mit speziell angepassten Phishing-Mails attackiert. Die Betrüger forderten zur Installation eines angeblichen Schutzprogramms oder zur Bestätigung von Zwei-Faktor-Authentifizierungsdaten auf. Diese Nachrichten wiesen typische Merkmale auf: unpersönliche Anrede, fragwürdige Absender und verdächtige Links.
Die Ermittlungen in dem grenzüberschreitenden Betrugsfall dauern an. Zahlreiche elektronische Beweise werden derzeit ausgewertet, um weitere Beteiligte zu identifizieren.
Quelle: INFRANKEN, www.milekcorp.com/de/